
Auf dem Bild: Felix Hoffmann, Andreas Schnellting, Jörg Holstein, Moritz Klöckner, Alexander Geischer, Joerg Utecht
Wie steht es aktuell um den Immobilienmarkt in Rheinland-Pfalz?
Der Immobilienverband Deutschland (IVD West) hat in Mainz den aktuellen Immobilien-Preisspiegel für Rheinland-Pfalz präsentiert. Die Analyse zeigt: Nach den deutlichen Preisrückgängen im Vorjahr haben sich die Kaufpreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen im Landesdurchschnitt stabilisiert. Gleichzeitig steigen die Mieten weiterhin leicht an – insbesondere in gefragten Regionen.
Auch Vertreter aus Rheinhessen waren zur Pressekonferenz eingeladen, darunter Felix Hoffmann, Inhaber und Geschäftsführer von Hochdrei Immobilien und Mitglied im Erweiterten Vorstand des IVD West für die Region. Vor Ort wurde der Bericht vorgestellt und die Marktentwicklung ausführlich erläutert.
„Nahezu flächendeckende Stabilisierung“ – Einschätzung des IVD West
„Nach dem teils dramatischen Einbruch der Verkaufspreise im Vorjahr konnten wir zuletzt eine nahezu flächendeckende Stabilisierung auf dem Immobilienmarkt in Rheinland-Pfalz feststellen“, erklärte Andreas Schnellting, stellvertretender Vorsitzender des IVD West. Als Ursache nennt der Verband eine leicht gestiegene Nachfrage bei gleichzeitig niedriger Neubautätigkeit.
Dennoch bleibt der Zugang zu Wohneigentum für viele Haushalte schwierig. „Die Vermarktungsphasen haben sich spürbar verlängert und die Zinsvergabepolitik der Banken ist anhaltend restriktiv. Daher kommen beim Immobilienkauf vor allem Haushalte mit ausreichendem Eigenkapital zum Zuge“, so Schnellting.
Preise: Kaum Veränderung, aber regionale Ausreißer
Vor allem bei Einfamilienhäusern aus dem Bestand blieb das Preisniveau weitgehend konstant – was nicht zuletzt an der nach wie vor niedrigen Zahl an Neubauten liegt. In manchen Orten zogen die Preise jedoch leicht an, etwa in Bodenheim (+4 %), Worms und Kaiserslautern (jeweils +3 %). In Trier, Landau und auch in Essenheim hingegen wurden Häuser im Schnitt etwas günstiger angeboten (–2 %).
Im Bereich der Eigentumswohnungen ist das Bild etwas gemischter: Während in Städten wie Ingelheim, Bad Kreuznach oder Wörrstadt die Preise für Bestandswohnungen um rund 4 % stiegen, sanken sie in Schifferstadt, Prüm und erneut in Essenheim. Neubauwohnungen hingegen wurden fast überall teurer – vor allem in größeren Städten wie Koblenz und Mainz. In der Landeshauptstadt überschritt der Quadratmeterpreis in Toplagen erstmals die 6.000-Euro-Marke. In Ingelheim liegt er derzeit bei etwa 5.600 Euro pro Quadratmeter.
Mieten: Nachfrage bleibt hoch
Auch auf dem Mietmarkt zeigt sich: Wohnraum bleibt gefragt. Da viele Haushalte den Schritt ins Eigentum – unter anderem wegen hoher Zinsen und strengeren Kreditvergaben – nicht schaffen, bleibt der Mietmarkt angespannt. Die Mieten für Bestandswohnungen sind daher vielerorts leicht gestiegen, etwa um 9 % in Bingen, 5 % in Kaiserslautern, Alzey und Trier oder 3 % in Speyer. Eine Ausnahme bildet Mainz, wo die Mieten im Bestand leicht zurückgingen.
Die günstigsten Mieten finden sich übrigens in kleineren Orten wie Lauterecken, Dierdorf oder Kirchheimbolanden – hier zahlt man im Altbau teilweise nur 4,50 Euro pro Quadratmeter. In neuen, hochwertigen Wohnungen in Mainz hingegen werden Spitzenpreise von bis zu 19,50 Euro pro Quadratmeter verlangt.
Was sich ändern müsste
Damit Wohneigentum für mehr Menschen wieder erreichbar wird, fordert der IVD West unter anderem eine Senkung der Grunderwerbsteuer, vereinfachte Baustandards und gezielte Förderprogramme für selbstgenutztes Eigentum. Denn nur ein echter Schub im Neubau könnte dafür sorgen, dass sich das Angebot entspannt – sowohl beim Kaufen als auch beim Mieten.





