
„Das Haus nebenan wurde für 600.000 Euro verkauft – dann ist meines mindestens genauso viel wert.“ Oder: „Beim Verkauf setzen wir den Preis erst einmal etwas höher an.“
Rund um Immobilien halten sich einige Aussagen erstaunlich hartnäckig. Doch was stimmt tatsächlich? Wir haben fünf typische Immobilien-Irrtümer unter die Lupe genommen.
1. „Meine Immobilie ist so viel wert wie das Haus nebenan.“
Ein Verkauf in der Nachbarschaft kann eine erste Orientierung geben. Doch selbst zwei Häuser in derselben Straße können sich im Wert deutlich unterscheiden. Wohn- und Grundstücksfläche, Baujahr, Zustand, Ausstattung, Modernisierungen, Energieeffizienz und die konkrete Lage spielen dabei eine wichtige Rolle.
Auch gut zu wissen: Der Preis in einer Immobilienanzeige ist zunächst ein Angebotspreis und nicht zwangsläufig der tatsächlich erzielte Verkaufspreis.Kurz gesagt: Vergleichsobjekte helfen bei der Orientierung, ersetzen aber keine individuelle Wertermittlung.
2. „Beim Verkauf lieber hoch starten – runtergehen kann man immer.“
Klingt zunächst logisch, kann aber nach hinten losgehen. Kaufinteressenten vergleichen Angebote sehr genau. Ist eine Immobilie deutlich zu hoch angesetzt, wird sie von passenden Interessenten möglicherweise gar nicht erst näher betrachtet.
Bleibt ein Objekt lange am Markt oder wird der Preis mehrfach reduziert, kann außerdem schnell die Frage aufkommen: Warum wurde es bisher nicht verkauft?
Kurz gesagt: Ein guter Startpreis ist nicht der höchstmögliche, sondern der, der zur Immobilie und zum aktuellen Markt passt.
3. „Je mehr ich renoviere, desto höher ist der Verkaufspreis.“
Diese Rechnung geht nicht automatisch auf. Wer beispielsweise 30.000 Euro in eine neue Küche oder ein Badezimmer investiert, erzielt deshalb nicht zwangsläufig einen entsprechend höheren Verkaufspreis. Schließlich sind Geschmäcker verschieden.
Kleinere Reparaturen, frische Wände, gepflegte Außenflächen und ein insgesamt ansprechender Eindruck können vor dem Verkauf oftmals sinnvoller sein.
Kurz gesagt: Nicht vorschnell große Summen investieren, sondern gezielt prüfen, welche Maßnahmen wirklich einen Mehrwert schaffen.
4. „Eine schlechte Energieeffizienzklasse macht ein Haus unverkäuflich.“
Nein. Eine Energieeffizienzklasse F, G oder H bedeutet nicht, dass sich eine Immobilie nicht verkaufen lässt. Für Kaufinteressenten werden dadurch allerdings Energieverbrauch und mögliche Modernisierungen stärker relevant.
Wichtig ist deshalb vor allem Transparenz. Beim Verkauf muss grundsätzlich ein Energieausweis vorliegen und spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden. In der Regel ist dieser zehn Jahre gültig.
Kurz gesagt: Eine schlechtere Energieeffizienz ist kein Ausschlusskriterium, sollte bei Bewertung und Vermarktung aber berücksichtigt werden.
5. „120 m² sind 120 m² – bei der Wohnfläche kann man nichts falsch machen.“
Tatsächlich ist Wohnfläche nicht immer so eindeutig. Bei Dachschrägen werden Flächen mit einer Raumhöhe zwischen einem und zwei Metern beispielsweise nur zur Hälfte berücksichtigt, unter einem Meter gar nicht.
Auch Balkone und Terrassen zählen nach der Wohnflächenverordnung in der Regel nur anteilig zur Wohnfläche. Keller, Garagen und Heizungsräume gehören grundsätzlich nicht dazu.
Kurz gesagt: Nicht nur die Quadratmeterzahl ist entscheidend, sondern auch, wie sie ermittelt wurde.
Hätten Sie’s gewusst?
Viele Immobilien-Weisheiten klingen zunächst nachvollziehbar. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch: Jede Immobilie ist individuell und pauschale Aussagen greifen häufig zu kurz.
Gerade bei einer so wichtigen Entscheidung lohnt es sich deshalb, Zahlen und Fakten richtig einzuordnen. Ein erfahrener Immobilienexperte kann dabei helfen, die eigene Immobilie und die aktuelle Marktsituation realistisch einzuschätzen.
Vielleicht konnten wir heute ja auch den einen oder anderen Immobilien-Irrtum für Sie aus der Welt schaffen.
Um einen reibungslosen Ablauf Ihres Hausverkaufes sicherzustellen, kümmern wir uns natürlich um die komplette Abwicklung und stehen Ihnen bei Fragen gerne jederzeit zur Verfügung.
Rufen Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch gerne an unter 06132 – 714 93 83.




